Der Warzenbeisser, Insekt des Jahres 2026

Tataahhhh! Hier ist es, das Insekt des Jahres 2026, für die Schweiz, Österreich und Deutschland.

Trotz seines Namens, der auf einen alten Volksglauben zurückzuführen ist, versichere ich euch: Diese bedrohte Langfühlerschreckenart ist harmlos.

Wer möchte schon Bekanntschaft mit einem Insekt machen, das den «Beisser» im Namen trägt? Doch der Warzenbeisser (Decticus verrucivorus) ist harmlos. Die Erklärung findet sich mal wieder im Volksglauben: Man war einst überzeugt, dass sein Biss und die «scharfen» Verdauungssäfte, Warzen zum Verschwinden bringen können.

Na ja, da halt ich mich doch, was Warzen betrifft, lieber an den Saft des Schöllkrauts. Tatsache aber ist leider, dass gemäss NABU die bis zu vier Zentimeter grosse Langfühlerschrecke «exemplarisch für die bedrohte Insektenvielfalt der Wiesenlandschaften» steht. In Deutschland beispielsweise ist der Warzenbeisser, der empfindlich auf Umweltveränderungen reagiert, gebietsweise bereits verschwunden.

Er fällt auf, mit seinem bulligen Körper und dem charakteristischen, würfelartigen Muster auf den Vorderflügeln. Was die Farben betrifft, ist der Warzenbeisser sehr anpassungsfähig und so findet man – je nach Umgebung – sowohl grüne, als auch Exemplare in Brauntönen.

Die tagaktiven Warzenbeisser ernähren sich von Pflanzen und kleineren Insekten. Auch hier sind es die Männchen die musizieren, doch sie sind «Schönwetter-Musikanten» und singen nur wenn die Sonne scheint.

Nach der Begattung legen die Weibchen von Spätsommer bis Herbst 200 bis 300 Eier in den Boden. Spannend: Dort verweilen die Eier oft bis zu sieben Jahre bis die Larven schlüpfen! Sie benötigen danach viel Wärme und Sonnenschein, nur dann ist ihr Überleben gesichert. Kommt hinzu, dass sie viele Fressfeinde haben und selbst wenn sich die Jungtiere noch so gut in hohen Wiesen verstecken, liegt ihre Sterblichkeitsrate doch sehr hoch.

Da hatte Arnie Vogt, der mir das Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, ja richtig Glück, dass er das Insekt des Jahres 2026 mit der Kamera so wunderbar einfangen konnte.

Quellen: NABU, Wikipedia

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