
Er ist beeindruckend gross, mit schwarzem Körper, je nach Lichteinfall auffällig blauschimmernden Flügeln und einer ausgeprägten, wortwörtlichen «Wespentaille». Die verrät es: Der Stahlblaue Grillenjäger (Isodontia mexicana) ist eine Wespe und zwar aus der Familie der Langstielgrabwespen (Sphecidae).
Wer ein Insektenhotel hat, aus dessen Röhrchen welke Grasblätter heraushängen, hat mit ziemlicher Sicherheit einen Stahlblauen Grillenjäger zu Gast.
Die Bilder zeigen den 15-20 mm grossen Stahlblauen Grillenjäger im Garten, auf den Blüten von Flachblatt-Mannstreu (Eryngum planum). Eryngum zählt zu seinen bevorzugten Pflanzen und just dort habe ich das auffällige Insekt vor Jahren auch das erste Mal entdeckt. Nach der Paarung im Juni/Juli legt es – ganz nach Grabwespenart – seine Eier in Löcher von morschen Stämmen, natürlichen oder künstlichen Hohlräumen ab (Nisthilfen, Insektenhotels).
Die Larven durchlaufen ihre Entwicklung ziemlich schnell und bereits nach 4-6 Tagen, dem Durchlauf aller Larvenstadien, spinnen sie sich in einen weissen Kokon ein und überwintern auch an diesem geschützten Ort. Doch zu Beginn müssen sie von den erwachsenen Tieren gefüttert werden.


Während sich die erwachsenen Tiere von Pollen und Nektar ernähren, sind die Larven Fleischfresser und werden bei uns in Europa vorzugsweise mit Weinhähnchen (Oecanthus pellucens), Langflügeligen Schwertschrecken, Gemeinen Eichenschrecken und jungen Heupferdchen gefüttert. Zuvor wird die Beute mit einem Giftstachel gelähmt und dann mit demselben «Werkzeug» gleich in das Nest, respektive in den Hohlraum befördert, wo die Larven auf Nahrung warten.
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Die einzelnen Brutzellen werden im Nest durch welke Grasblätter voneinander abgetrennt. Wer ein Insektenhotel hat, konnte vielleicht schon einmal beobachten, dass am Röhrcheneingang oft ein Büschel welker Grasblätter mehrere zentimeterweit heraushängt. Nun, wir schliessen ja auch die Türe, wenn wir aus dem Haus gehen und in diesem Fall schützt dieser Verschlusspfropfen das Nest vor dem Eindringen von Parasiten und Parasitoiden. Sie werden von den erbeuteten Tieren im Nest angelockt, die sie fressen. Die Larven selber sollen anscheinend den Parasitenbefall meistens überleben, wobei die ausschlüpfende Wespe danach deutlich kleiner sei. Kein Wunder, wenn die Parasiten ihr das Futter wegfressen.


Was ich interessant finde: Ein auf die Gattung Isodontia spezialisierter Parasitoid, die Erzwespenart Leucospis sinensis, welche aus Ostasien stammt, ist mittlerweile bei uns in Europa eingewandert und habe «spätestens 2025 auch Deutschland erreicht.» Nun dann wird der Stahlblaue Grillenjäger auch bei uns in der Schweiz bald einmal davon betroffen sein oder ist es vielleicht sogar bereits.
Interessant aus folgendem Grund: Auch der Stahlblaue Grillenjäger ist kein heimisches Insekt, seine ursprüngliche Heimat liegt in Mittel- und Nordamerika. Von dort wurde die Grabwespenart zuerst in den 1960-er Jahren in Südfrankreich eingeschleppt. Schnell einmal hat sie sich über grosse Teile Südeuropas ausgebreitet und «zählt an der Alpensüdseite lokal heute zu den häufigsten Grabwespenarten.»
Bei uns in Mitteleuropa werden grosse Teile Österreichs und der Schweiz besiedelt und auch in Deutschland werden Vorkommen nachgewiesen.
Dieses Jahr habe ich noch keinen Stahlblauen Grillenjäger gesichtet, ist auch noch etwas früh, mein Flachblatt-Mannstreu blüht ja noch nicht einmal. Leider wurde es in den letzten Jahren von den Schnecken derart malträtiert, dass es gar nicht zur Blüte kam. Neben dem Feld-Mannstreu, oder dem Flachblatt-Mannstreu, kann man die grosse schwarze Wespenart mit ihren auffällig blauschimmernden Flügeln auch auf Weinrauten, Berg-Haarstrang und Goldruten beobachten. Vielleicht werden weitere Pflanzen folgen, die Natur ist ja bekannt für ihre grosse Anpassungsfähigkeit.

Quellen: Wikipedia, Smagy
Ein Kommentar bei: “Der Stahlblaue Grillenjäger – häufiger Gast in Nisthilfen”