Der Gewöhnliche Schneeball – seine Blüten erinnern an Teller-Hortensien

Von Weitem schon sah ich es weiss in der Hecke leuchten und ich wusste: Hier blüht bereits der Gemeine Schneeball. Wie so oft in der Botanik, locken auch seine Blüten die Bestäuber mit einem Trick an.

Ich finde die Blüten des Gemeinen (Gewöhnlichen) Schneeballs (Viburnum opulus) wunderschön: Am äusseren Rand des trugdoldigen Gesamtblütenstandes befinden sich an langen Stielen fünf bis zehn wohlriechende, grosse, aber sterile Blüten. Mithilfe ihres auffälligen Erscheinens und feinen Duftes, dienen sie dem Anlocken von bestäubenden Insekten, sind aber lediglich Wegweiser zu den in der Mitte befindlichen, kleineren Blüten. Die duften zwar nicht, sind jedoch fruchtbar. Nach der Befruchtung – auch spontane Selbstbestäubung ist zuweilen erfolgreich – entwickeln sich später aus diesen Blüten die bekannten glasig roten Früchte.

Zu den Blütenbesuchern zählen neben dem hier abgebildeten Goldglänzenden Rosenkäfer (Cetonia aurata) gemäss Smagy auch Schmetterlinge wie der Braune Bär oder der Ligusterschwärmer und verschiedene Fliegenarten.

Der zwei bis vier Meter hoch wachsende Strauch eignet sich im Garten aufgrund seiner besonders harmonischen Wuchsform gut als Solitärgehölz. Dort besticht er nicht nur durch seine an Teller-Hortensien erinnernden, dekorativen Blüten und die leuchtend roten «Beeren», sondern bezaubert auch mit einer scharlachroten Herbstfärbung.

Wenn ihr dieses Bild genau betrachtet, könnt ihr – wenn auch unscharf – in der rechten oberen Ecke noch rote Früchte vom letzten Winter entdecken. Sie sind bei Vögeln nicht sonderlich beliebt – obwohl das heimische Gehölz zuweilen auch als Drosselstrauch bezeichnet wird – und so bleiben die roten, beerenähnlichen Steinfrüchte nicht selten ungenutzt am Zweig hängen, bis sie irgendwann verfault abfallen.

Allen Quellen zufolge sind die unreifen und rohen roten, erbsengrossen Früchte «für den Menschen gefährlich. Sie rufen Magen- und Darmentzündungen hervor und können zu tödlichen Vergiftungen führen«. Gekocht sollen sie ungiftig sein und gerade in osteuropäischen Ländern oft als Kompott, Konfitüre und Saft verwendet werden.

Viburnum kommt vermutlich vom lateinischen viere (flechten) und tatsächlich sind bei einigen Viburnumarten die Zweige sehr biegsam und können wie Weidengerten geflochten werden.

Übrigens: Im Garten wird oft eine gezüchtete Form des Gemeinen Schneeballs verwendet, die Sorte Viburnum opulus cv. „Roseum. Ihre gefüllten, kugeligen Blüten (Bild) erinnern tatsächlich an Schneebälle, sind aber steril und für Insekten uninteressant. Da mir gefüllte Blüten so oder so nicht sonderlich gefallen – mit wenigen Ausnahmen – ist mir da der «wilde» Schneeball lieber.

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