
Die Amsel auf diesem Bild ist gesund. Das ist zur Zeit alles andere als selbstverständlich, denn es scheint wieder eine Usutu-Epidemie zu grassieren. Die Krankheit wird durch Stechmücken übertragen.
Wäre diese Amsel krank, würde sie am Kopf beginnende kahle Stellen aufweisen. Es gibt aber noch andere Anzeichen, die auf eine Erkrankung mit dem Usutu-Virus hinweisen.
Auf diese Krankheit wurde ich gestern aufmerksam, als ein mir bekannter Greifvogelpfleger auf Facebook erwähnt hat, dass ihm leider zur Zeit viele kranke Amseln gebracht werden, die Symptome des Usutu-Virus aufweisen.
Meine Recherchen dazu ergaben, dass vor kurzem, nämlich am 25. August, das SRF über die Rückkehr des Usutu-Virus berichtet hat. Fünf Vögel aus fünf verschiedenen Kantonen hatte das Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit (Fiwi) an der Uni Bern auf das Virus getestet und alle Befunde waren leider «positiv«. Man könne von einer Häufung sprechen, sagt Simone Pesano, Co-Leiter des Instituts und Sergio Wellenzohn, vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei, ergänzt: «Es gibt Meldungen und Nachweise aus sehr vielen Schweizer Städten.»
Welches aber sind die Symptome, die sich bei erkrankten Amseln zeigen?


Wie bereits eingangs erwähnt, ist eines der Symptome eine beginnende Kahlwerdung am Kopf des Vogels. Er verliert immer mehr Federn, sitzt nur noch apathisch herum und das natürliche Fluchtverhalten fehlt. Meistens sterben erkrankte Vögel innert weniger Tage. «Tote Vögel sollen entsorgt werden, am besten in der Kadaversammelstelle. Die Tiere sollten immer mit Handschuhen angefasst werden.» (SRF)
Und was kann man der Ausbreitung des Usutu-Virus entgegensetzen, fragte SRF Sergio Wellenzohn, worauf dieser antwortete: «Im Grunde nichts«. Bis auf eine Massnahme: Stehendes Wasser in Topfuntersetzern ist ein guter Nährboden für jene Stechmücken, die die Krankheit übertragen. «Die Untersetzer kann man trockenlegen, damit sich nicht noch mehr Mücken bilden«»
Gemäss Simone Pesano, Co-Leiter des erwähnten Instituts, liegt die letzte Usutu-Epidemie rund zwei Jahre zurück. In Mitteleuropa wurde das aus Afrika stammende Virus erstmals anfangs der 2000-er Jahre nachgewiesen. Sechs Jahre später, 2006, wurde eine grössere Infektionswelle in der Stadt Zürich festgestellt. Auch Haussperlinge und mehrere Eulen vom Zoo Zürich waren damals betroffen. Seither habe es immer wieder lokale und regionale Ausbrüche der Epidemie gegeben.
Was Deutschland betrifft, so kam es gemäss Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, «im Jahr 2018 zum bisher grössten Massensterben von Amseln. Auch andere Singvögel und Eulenvögel seien durch das Virus stark dezimiert worden.» (SRF) Vom Virus sind demnach nicht nur, aber vor allem Amseln betroffen, weshalb man beim Usutu-Virus auch vom «Amselsterben» spricht.

Übrigens könne sich auch der Mensch mit dem Usutu-Virus anstecken, wobei es gemäss Experten der Uni Bern nur selten zu schweren Erkrankungen kommt. Nicht möglich sei hingegen eine Übertragung von Vogel zu Mensch.
Nun da bin ich richtig froh, habe ich heute Mittag noch eine Amsel im Garten munter herumfliegen sehen. Alle Bilder – auch dieses von einem Amselweibchen – stammen übrigens von gesunden Amseln in meinem Garten.
Wer in der Schweiz wohnt, ist durch die Medien vielleicht bereits in den letzten Tagen auf das Usutu-Virus aufmerksam gemacht worden, zum Beispiel hier, im TAGBLATT:https://www.tagblatt.ch/leben/viele-tote-amseln-in-der-schweiz-usutu-virus-bestaetigt-ld.4225178
Benutzte Quellen: SRF.ch Beitrag vom 26. August 2026,