Diese beiden Bilder zeigen exakt denselben Ort, aber es liegen über 40 Jahre dazwischen. Beide Male stehen Buschbohnen im Zentrum:
Während ich gestern die Buschbohnen abgespitzt hatte und auf die mir gegenüberliegende Sitzbank schaute, sah ich sie die ganze Zeit vor mir sitzen, meine Grosseltern. Wie damals, 1988, als ich sie fotografiert hatte. Grossmutter war 75, Grossvater 84 und ich «zarte» 25 Jahre alt.


Voller Freude schaut mein Dädi auf die ersten frisch gepflückten Bohnen im Korb, er war selbst mit weit über 80ig noch immer täglich im Garten. Sogar noch einen Tag vor seinem Tod, es war denn auch das letzte Bild von ihm. Am Boden das zugedeckte Futter von Hund Django («Hörnli»), unter der Sitzbank der legendäre «Ochsner-Kübel». Als Tisch diente damals ein altes Fass. Den Korb benutze ich auch heute noch.
In der Kindheit – ich wuchs bei den Grosseltern auf – war es die Grossmutter, die mich bereits früh das Kochen und Haltbarmachen lehrte und der Grossvater alles, was er über Natur und Garten wusste. Diese «Lehrzeit» setzte sich 1984 fort, als ich von der Grossstadt zurückgekehrt bin, um meine Grosseltern in Haus und Garten zu unterstützen.
Für mich ist es tatsächlich so, tot sind die Menschen dann erst, wenn man sie vergessen hat und das sind meine Liebsten hier auf dem Bild noch lange nicht. Sie bleiben mir in dankbarer Erinnerung, in Dankbarkeit für all das, was sie mich für’s Leben lehrten.
P.S. Übrigens möchte ich mich mit den vielen ausgelegten, frisch blanchierten «Höckerli» auf dem aktuellen Bild nicht mit fremden Federn schmücken: Ich musste sie dieses Jahr kaufen, da unsere eigenen aufgrund der Witterung nur eine schlechte, kleine Ernte eingebracht hatten.