Blutweiderich und Mädesüss – ein hübsches Duo

Blutweiderich und Mädesüss – was für ein attraktives Gespann!

In meinem Garten pflanzte ich vor 40 Jahren entlang eines kleinen Tümpelchens Blutweiderich (Lythrum salicaria) und Echtes Mädesüss (Filipendula ulmaria) von denen ich wusste, dass sie beide feuchte Füsse mögen.

Die zwei heimischen Stauden wachsen an Naturstandorten oft entlang von Bächen, in Wassergräben und Feuchtwiesen, die höchstens einmal im Jahr geschnitten werden.

Das Echte Mädesüss ist auch als Wiesenkönigin (im Französischen Reine-des-prés), Moor-Geissbart oder Spierstaude bekannt und wie der Blutweiderich eine Heilpflanze.

Nicht immer, findet man die beiden an feuchten Standorten, manchmal suchen sie sich sogar selber trockenere Böden aus. Wie dieser Blutweiderich auf dem Bild, dessen Same auf dem vollsonnigen, heissen Vorplatz zwischen Mauer und Asphalt aufgegangen ist. Seit mehreren Jahren bereits erscheint er an dieser Stelle.

Aber auch das Echte Mädesüss hat sich in den vergangenen 40 Jahren längst von seinem ursprünglichen Standort aus, am Tümpel, auf dem ganzen Umschwung vermehrt. So stark, dass es sogar einige andere Pflanzen zu verdrängen vermochte. Wer es im Garten hat, sollte es also im Auge behalten.

Damit will ich nichts gegen das hübsche Rosengewächs im Allgemeinen sagen, ich mag es sehr und auch die Insekten lieben es: Auf den wolkenartigen Blüten ist stets ein reges Treiben von Käfern und Wildbienen aller Art. Sie verströmen einen wunderbaren, vanilleartigen Geruch, aufgrund dessen das Mädesüss einst zum Aromatisieren von Wein, Bier und Met verwendet worden ist.

Zusammen mit Wasserminze und Eisenkraut, galt das Mädesüss den Druiden als heilige Pflanze, und das zarte, liebliche und zierliche Aussehen soll ihr zum Namen «Mädesüss» verholfen haben. Wobei es diesbezüglich verschiedene Auslegungen gibt. Andere Quellen erwähnten zum Beispiel den Bezug der Pflanze zum feinen, süssen Duft des getrockneten Krauts in der Heu-Mahd (Mahd-Süsse), nach dem Mähen. Letztere Deutung erscheint mir irgendwie sinniger.

Nach dem Lagern und Trocknen entsteht in den Mädesüssblüten ätherisches Öl (0,2%) dessen Hauptkomponente Salicylaldehyd (75%) ist. Dieses «wirkt nach der Umwandlung in der Leber zu Salicylsäure über eine Hemmung der Cyclooxygenase fiebersenkend und entzündungshemmend.» So steht es in Heilpflanzen Praxis Heute von Siegfried Bäumler. Als Indikationen für Mädesüssblüten nennt Bäumler «Erkältungskrankheiten sowie die Förderung der Harnausscheidung«. In der Volksmedizin werde die Droge ferner «bei Blasen- und Nierenbeschwerden, Kopfschmerzen, rheumatischen Beschwerden der Gelenke und der Muskulatur sowie Gicht eingesetzt.«

Wie immer: Wer genauere Anwendungsinformationen sucht, den verweise ich auf darauf spezialisierte, seriöse Heilpflanzenseiten, naturheilkundliche Fachstellen und entsprechende Literatur.

Soviel für heute. Der Blutweiderich ist zwar etwas zu kurz gekommen, aber das nächste Mal werde ich ihn in’s Zentrum der Aufmerksamkeit stellen.

In der Bildergalerie zeige ich euch die typischen Merkmale vom bis zu 150 cm hoch wachsenden Echten Mädesüss: seine gefiederten Blätter und die rot überlaufenen Stängel.

Und natürlich auch weitere Bilder vom Blutweiderich, der übrigens ebenfalls Verwendung in der Naturheilkunde findet und sich bereits seit dem 16. Jahrhundert als Heilpflanze behauptet. Seine wunderschönen, intensiv pinkfarbigen Blüten wurden zudem zum Färben von Zuckerwaren verwendet.

Abhängig von Bodenbeschaffenheit und Sonneneinstrahlung, verfärben sich die Blätter des Blutweiderichs im Herbst gelblich bis intensiv rot. Auch davon findet ihr ein Bild in der nachfolgenden Galerie.

Quellen für die Recherchen: «Heilpflanzen Praxis Heute» von Siegfried Bäumler, Flora die Berna, «Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen» DasBeste.

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