Biber – hier fühlen sie sich wohl

Allein schon beim Betrachten dieser Biber-Nagespuren schmerzt mich das Zahnfleisch!

Habe kürzlich mal wieder das «Biberland» in meiner Region besucht und dabei viele frische Nagespuren entdecken können.

Der vorzugsweise dämmerungs- und nachtaktive Biber (Castor fiber) ernährt sich im Winterhalbjahr hauptsächlich von Rinden und Knospen von Sträuchern und Bäumen. Dabei bevorzugt er Weichhölzer wie sie teilweise auch auf meinem Bildern zu sehen sind: Weiden, Erlen, Pappeln oder Birken.

Da man leider meistens nur den «Arbeitsplatz» sieht, nicht aber den Biber selbst, muss auch ich auf ein Bild von Susanne von Dach zurückgreifen. Sie stellte mir die – im Mai aufgenommenen – gezeigten Biberbilder zur Verfügung.

Ganz wichtig für ein Biberleben sind die Nagezähne, die vier vergrösserten Schneidezähne, zwei oben und zwei unten. Sie werden unglaublich stark beansprucht und entsprechend gross ist deren Abnutzung. Die Natur hat es aber so eingerichtet, dass sie ein Leben lang nachwachsen.

Lediglich die vorderen, auffällig braun/orange verfärbten Bereiche der Nagezähne sind mit hartem Zahnschmelz geschützt. Die hinteren Zähne nutzen sich schneller ab, wodurch eine meisselförmige, messerscharfe Kante entsteht.

Genauso wichtig wie die Zähne, ist für den Biber sein breiter, abgeplatteter und gänzlich unbehaarter Schwanz, der auch Kelle genannt wird. Dieser ist ein perfektes Multifunktionswerkzeug: er dient als Steuer beim Tauchen sowie der Temperaturregulation und als Fettdepot. Zudem stützt er den Biber beim Nagen und indem er mit seiner «Kelle» auf das Wasser schlägt, warnt er die ganze Familie.

Das Bild verrät es: Hier war eindeutig ein Biber am Werk.

Sein Fell ist extrem dicht und schützt den Biber selbst bei hohen Minustemperaturen gut vor Kälte und Nässe. Damit das auch so bleibt, muss es jedoch regelmässig mit dem Bibergeil (Castoreum) gepflegt werden, das ist ein fetthaltiges Sekret.

Der Biber ist mit bis zu einem Meter Länge und einem Gewicht von zwanzig bis dreissig Kilogramm übrigens das weltweit drittgrösste Nagetier. Lediglich der Kanadische Biber und das amerikanische Wasserschwein sind noch grösser.

Hier, an diesem mit Erlen, Weiden und Zitterpappeln bewachsenen Seitenkanal, sind meine Bilder kürzlich entstanden. Hier scheint der Biber sich sehr wohl zu fühlen, trotz der vielen «Hündeler», die hier entlangspazieren. Die müssen sich vor ihm in Acht nehmen, denn Biber können sich als äusserst wehrhaft erweisen, wenn ihnen ein Hund zu nahe kommt. Vor allem wenn Nachwuchs da ist. Das kann gröbere Verletzungen zu Folge haben. Aber wer den Biber respektiert, leint seinen Hund sowieso dort an, wo man auf seine Anwesenheit schliessen kann.

Es folgen nun in der Galerie weitere Bilder, die verschiedene «Arbeitsplätze» des Bibers zeigen.

Ich wünsche euch ein erholsames Wochenende, an dem nach einem kurzen Wärmeeinbruch uns erfreulicherweise eine weitere Ladung Neuschnee erwarten wird. So macht der Winter Freude!

Gaby Kistler

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