Berge von Buchenblüten fluten die Waldböden

Aktuelles vom Wald: Zur Zeit erleben wir in der Schweiz vielerorts eine richtiggehende Flut von Buchenblüten die sich über Waldböden und – Wege ergiesst.

Es handelt sich dabei um männliche Blütenkätzchen, die, nachdem sie ihre Pollen abgegeben und die weiblichen Blüten befruchtet haben, abfallen. Letztere entwickeln sich zu den bekannten Bucheckern, den Früchten der Buche (Fagus sylvatica).

Wer die braunen Teppiche auf den Waldböden etwas genauer betrachtet, entdeckt, dass es sich dabei um Unmengen von abgefallenen, männlichen Buchenkätzchen handelt: langstielige, flauschige Büschelchen. Rund 12 000 Pollen gibt jedes einzelne von ihnen ab, in Mastjahren ist es sogar ein Vielfaches.

Es waren demnach nicht nur die Fichten «schuld», dass gelbe Pollenmassen in den letzten Wochen so ziemlich alles überzogen haben. In Mischwäldern waren auch Unmengen an Buchenpollen mitbeteiligt.

Dieses Jahr blühen die Buchen besonders stark. Der Grund dafür – so eine Expertenaussage kürzlich in einer Zeitung* – liege am vergangenen Sommer. «Der warme Sommer 2025 mit genügend Regen habe optimale Bedingungen für die diesjährige starke Blüte geschaffen.» Und auch der vergangene, trockene April, habe die Bedingungen für diese aussergewöhnlich starke Buchenblüte zusätzlich optimiert.

Was aber ist zwischenzeitlich mit den befruchteten weiblichen Buchenblüten geschehen? Sie sitzen ja bei der einhäusigen Buche auf demselben Baum wie die männlichen.

Die weiblichen und befruchteten Blüten sind bereits sehr fortgeschritten bei der Fruchtentwicklung. Wie ihr auf dem aktuellen Bild sehen könnt, haben sich bereit gut erkennbar die allseits bekannten Buchecker entwickelt. Die Früchte der Buche sind auch als Buchennüsschen bekannt. Sie werden im Herbst, wenn sie reif sind, wieder ein Thema in meinem Blog sein.

Alles Buche oder was?

Die in der Schweiz als Rotbuche (Fagus sylvatica) bezeichnete Buche, um die es in diesem Beitrag geht (Bild), ist nicht zu verwechseln mit der ebenfalls oft als Rotbuche bezeichneten, ROTLAUBIGEN Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea). (Bild in der Galerie).

Als Weissbuche wiederum wird hingegen ein Baum genannt, der eigentlich nicht zur Pflanzenfamilie der Buchengewächse gehört, sondern zur Pflanzenfamilie der Birkengewächse: Die Hainbuche (Carpinus betulus), Bild davon in der Galerie.

Die Buche ist übrigens in der Schweiz gemäss WSL (Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft) «die zweithäufigste Baumart und macht 19% der Gesamtstammzahl aus«.

Zum Mastverhalten schreibt die Forschungsanstalt zudem:

«… Die Buche hat ein ausgeprägtes Mastverhalten und produziert je nach Witterung, Höhenlage und geographischer Breite alle 2 bis 8 Jahre eine grosse Menge an Früchten.
Mastphänomene hängen von der Witterung in den zwei vorangehenden Jahren sowie während der Blütezeit im Frühjahr ab.»

Nun wird wohl das Jahr 2026 wieder ein solches Buchenmastjahr. Das bedeutet, dass die Waldböden dann im Herbst wieder so aussehen werden, wie auf diesem Bild vom 26.9.2020: Belegt mit ganzen Teppichen von Bucheckern.

Benutzte Quellen: * «Tages-Anzeiger», sowie die WSL ((Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft)

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