Gestern war ich gerade damit beschäftigt Pilze zu fotografieren, als ich im Visier der Kamera im Hintergrund eine Bewegung wahrgenommen hatte. Und was sah ich, just keine 20 Meter entfernt von mir? Ein Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), mit einem hübschen weissen Bäuchlein. Es befand sich auf dem Boden und fühlte sich durch mich gestört, was es denn auch mit lautem Gezeter bekanntgegeben hat. Die flinken Kletterer können nämlich ganz schön laut protestieren, wenn ihnen etwas nicht passt.
Eigentlich dachte ich, jetzt verzieht es sich dauerhaft in die sichere Höhe der Bäume, doch weit gefehlt:
Obwohl es mich – und Ivar – sehr wohl in unmittelbarer Nähe wahrgenommen hatte, spürte das Tier wohl, dass von mir keine allzugrosse Bedrohung ausging und kam wieder herunter. Warum es sich aber nochmals in meine Nähe wagte, stellte sich bald heraus: Kaum am Boden angelangt, begann es hüpfend nach etwas zu suchen, das es vorher in der Aufregung verloren zu haben schien. Aha, es wurde fündig, scheint sich um eine Baumnuss, noch verpackt in grüner Schale, zu handeln. Schnell schappte sie das Eichhörnchen und machte sich damit nun aber endgültig aus dem Staub indem es in die Waldschlucht hinab sprang, vielleicht in ein Versteck.
Wohlbemerkt fand diese Begegnung im Wald meiner Wohngemeinde statt, fernab eines Wanderweges und nicht etwa an einem touristischen Ort, an dem Eichhörnchen von Wanderern gefüttert werden und deshalb zahm sind. Umso mehr hat mich diese überraschend nahe Begegnung mit einem Wildtier ungemein gefreut. Solche Naturerfahrungen sind einfach unbezahlbar, wunderschön, weil sie ohne Anlockung mit Futter geschehen und nicht mit durch Fütterung gezähmten Tieren.

Das Video habe ich wie erwähnt persönlich aufgenommen, dieses schöne Bild dazu stammt jedoch von Danielle Vorburger, die es mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Solche Bilder gelingen mir natürlich nicht mit dem Handy und ich fotografiere ja unterwegs stets nur mit der Handykamera.
Ich staune immer von Neuem, wie sich diese wieselflinken, brillanten Kletterer sogar in dieser Position locker zu halten vermögen. Klar, der Schwanz ist eine wichtige Ruder-, Balance- und Steuerhilfe, aber am blanken Stamm, ohne Äste, kopfüber? Da hängt das ganze Gewicht an den Hinterfüssen respektive ihren dafür geeigneten Krallen.
Wetter-Update: Heute Morgen war es beim Aufstehen gerade mal knapp 2° und wir schrammten tatsächlich wie angekündigt knapp an einem Frost vorbei. Wird Zeit, die restlichen, noch nicht ausgereiften Tomaten zu pflücken und entweder die Pflanzen kopfüber in der Garage aufzuhängen oder die einzelnen Früchte zum Nachreifen auszulegen. Klappt beides, letzteres übrigens auch ohne dass man die Tomaten einzeln in Zeitungspapier verpackt oder dunkel lagert. Einmal, da hatten wir «Garagen-Tomaten» bis über Weihnachten hinaus.