
Gestern war ich auf dem Weg um Harz für meine Salben zu sammeln. Dabei kam ich bei diesem hübschen «Paar» vorbei: eine Buche die eine Föhre (Kiefer) richtiggehend zu umarmen scheint.
An einer Stelle, die man nach dem Blattfall wieder gut erkennt, sieht man auch einen Baumkuss zwischen den beiden. Das ist eine hochoffizielle Bezeichnung für die Folge einer direkten Kontaktbildung zwischen zwei Bäumen.
Etwas weiter oben sieht man den Baumkuss: Buche und Föhre sind an einer Stelle ineinander verwachsen. Dies geschieht durch Reparaturmechanismen an den Kontaktstellen. Sie wurden durch die vom Wind verursachten Rindenverletzungen ausgelöst. Diese waren die Folge der steten Reibung zwischen den beiden Bäumen.
So ein Baumkuss kann sich auf wenige Zentimeter erstrecken, «selten aber führt er auch zu einer Verschmelzung mit Austausch von Leitungsbahnen mit Stoffaustausch.» Im Extremfall können zwei Stämme nach einem Baumkuss sogar eine gemeinsame Krone bilden.


Hier seht ihr einen weiteren Baumkuss, und zwar zwischen den mächtigen Stämmen von Buche und Fichte. Er findet etwa zwei Meter oberhalb der Wurzel statt. Auch hier war eine stete Reibung der beiden Bäume aneinander, der direkte Kontakt zwischen den Stämmen und die in der folge entstandenen Rindenschädigungen, Auslöser dieses Baumkusses.
Übrigens: Hier hat sich ein sogenanntes Elfenauge gebildet; ebenfalls ein Begriff aus der Fachsprache und nicht von mir erfunden. Über dieses Phänomen und das der Zwiesel berichte ich dann zu einem späteren Zeitpunkt. Jetzt heisst es für mich vorerst, das gestern geerntete Harz (Pech) zu Salben zu verarbeiten.
