Bach-Nelkenwurz: Sie nickt wieder mit ihrem hübschen Köpfchen

Vorhin im Garten, am kleinen Tümpelchen, konnte ich diese Hummel auf der Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) beobachten. Die nickenden, glockenförmigen Blüten bieten den Insekten reichlich Nektar und Pollen an.

Die hier gezeigte Bach-Nelkenwurz steht der verwandten Echten Nelkenwurz (Geum urbanum) punkto Heilkraft nur minim nach und ihr nach Nelken duftender «Wurzelstock» wurde einst genauso als Gewürz verwendet.

Es begann mit zwei, drei Pflänzchen vor 40 Jahren, mittlerweile bildet die sich stark vermehrende Bach-Nelkenwurz riesige Blütenteppiche am Tümpelchen. Aber: Inzwischen wird sie von der ebenso vermehrungsfreudigen Silberblättrigen Goldnessel zunehmend verdrängt. Leider.

Die Blüten zeigen viele (mehr als zehn) Staubblätter. Der hakige Griffel bleibt später auf der Frucht, wobei sich die Sammelfrucht – im Gegensatz zur Blüte – später aufrichtet, was ihr auf diesem Bild gut erkennen könnt; wie die weit geöffneten und bereits befruchteten Blüten gen Himmel zeigen. Mancherorts sind bereits erste junge Nussfrüchtchen vorhanden.

Am besten gefällt es der ausdauernden, wintergrünen und 30-60 cm hochwachsenden Wildstaude in feuchten Wiesen und entlang von Bächen. Mir gefallen ihre nach unten zeigenden, «nickenden» Blüten, mit dem braunroten Aussenkelch und den darunter liegenden hellgelben, gegen den Rand rötlichen Kronblättern.

Wie eingangs erwähnt, haben die Blüten der Bach-Nelkenwurz den Insekten viel zu bieten. Von ihren Pollen profitiert insbesondere die seltene Mauerbiene Osmia tuberculata, aber sie lockt mit ihrem reichen Angebot auch zahlreiche andere Wildbienenarten und Schmetterlinge an.

Von der Erdhummel (Bombus terrestris) heisst es, sie benütze bei der Bach-Nelkenwurz den Trick des Nektarraubs und beisse kurzum die Blütenkelche seitlich auf, um an die Nahrungsquelle zu gelangen.

Ab ungefähr Ende Juni bis im September, erfolgt die Fruchtreife und die Klettfrüchte verteilen sich – wie die Echte Nelkenwurz – durch das Angelhakenprinzip: Sie haften sich im Fell vorbeistreifender Tiere fest (Hunde- und Katzenbesitzer können ein Lied davon singen). Doch die Pflanze vermehrt sich auch dank dem Wind, dies dank der Ausbreitung als Federschweifflieger, was die die Behaarung des unteren Griffelteils ermöglicht.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu der Heilpflanze Bach-Nelkenwurz:

Es heisst von ihr, sie sei eigentlich genauso heilkräftig und von der Wirkung her anzuwenden, wie die Echte Nelkenwurz. Ihr Gerbstoffgehalt ist in etwa entsprechend, einzig beim Gehalt an keimtötendem Eugenol im ätherischen Öl, kann sie nicht mit dieser mithalten, der ist bei der hier vorgestellten Bach-Nelkenwurz etwas geringer als bei der Echten Nelkenwurz.

Ich zitiere Wikipedia: «In der Naturheilkunde wird von ihr wie bei der Echten Nelkenwurz (Geum urbanum) die Wurzel verwendet. Sie wirken beide antibakteriell, schweißtreibend, entzündungshemmend und zusammenziehend (adstringierend) und werden bei Magen/Darmerkrankungen und fieberhaften Infekten eingesetzt. Für die antibakterielle Wirkung sind Triterpene und Flavonoide verantwortlich. Der „Wurzelstock“ (Rhizom) wurde als Nelkenersatz beim Kochen verwendet und aromatisierte auch Liköre; die Blätter können in Salaten etc. verwendet werden.»

Übrigens: Die abgebildeten Nelkenwurz-Wurzeln duften tatsächlich leicht nach «Nägeli» (Nelken).

Bleibt mir noch, euch mit diesem Gartengruss, dem blühenden Apfelbäumchen, einen wunderschönen Sonntag zu wünschen, herzlich,

Gaby Kistler

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