Hurra! Die Distelfinken sind wieder da

Gestern war ich ganz aus dem Häuschen. Nein, es war gut, war ich zu Hause, nur so konnte ich per Zufall diese Distelfinken, auch Stieglitze genannt, direkt vor meinem Fenster beobachten.

Da ein Distelfink selten allein unterwegs ist, waren es gleich vier, die sich über die Samenstände der verblühten Nachtkerzen hermachten.

Es braucht nicht viel, damit man diese farbenprächtigen Singvögel zu sich in den Garten locken kann.

Der Asiatische Haselmehltau ist auf dem Vormarsch

Sind sie euch auch schon aufgefallen, die vielen Haselnusssträucher, die wie mit Mehl bestäubt aussehen? Es handelt sich bei diesem Mehltau nicht um den heimischen, sondern um den Asiatischen Haselmehltau (Erysiphe corylacaearum).

Der heimische Haselmehltau (Phyllactinia guttata) hat im Vergleich dazu seine weissen Myzelflecken nur auf der Blattunterseite, der Asiatische Haselmehltau hingegen auf der Blattoberseite.

Auch unsere zwei Haselnusssträucher im Garten wurden vom Asiatischen Haselmehltau befallen.

Ein aufmerksamer Beobachter

Da sitzt er neben mir auf einem Apfelbaum und beobachtet meine Gartenarbeit kritisch.

Es ist ein junger Mäusebussard (Buteo buteo) der wohl Ausschau nach Mäusen hält. Zu meiner Freude hat sich dieser schöne Greifvogel in letzter Zeit wieder etwas Terrain zurückerobern können, wo doch die Population der Rotmilane in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen ist. So finden jedes Jahr im Frühling harte Luftkämpfe zwischen Greifvögeln und Raben um die besten Brutplätze statt.

Gartenrundgang im September

Noch immer gibt es viele Farbtupfer im Garten. Manche Pflanzen warten sogar noch mit einer überraschenden letzten Schlussvorstellung auf und drehen nochmals so richtig auf.

Zu den dankbaren Dauerblüherinnen zählen bei den kultivierten Pflanzen im Staudenbeet neben anderen die wunderbar fein duftende Duftnessel (Agastache «Blue fortune»), die bei Insekten ausserordentlich beliebt ist und die Mazedonische Witwenblume (Knautia macedonia), sowie der Storchenschnabel. Sie blühen bereits seit dem Frühsommer.

Sie blüht seit dem Mai: Die Kuckucks-Lichtnelke

Von wegen «Blütezeit: Mai bis Juli», die Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi / Silene flos-cuculi) blüht bei uns in den Wiesen auch jetzt noch.

Eigentlich heisst es auch, sie komme in Feuchtwiesen und Flachmooren vor, doch bei uns blüht sie seit vielen Jahren in diesem sonnig gelegenen, trockenen Südhang. Tja die Natur hält sich nicht immer an das, was da so geschrieben steht und ist immer wieder für Überraschungen gut.

Doch woher kommt eigentlich der «Kuckuck» im Namen?

Besuch vom Gartenrotschwanz

Heute schaute ich mal wieder im richtigen Moment zum Fenster heraus: Ein Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) besuchte unseren Garten.

Im Vergleich zum Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros), den man doch recht häufig beobachten kann, sieht man den Gartenrotschwanz leider nicht mehr so oft. Viele der Obstbaugebiete, sein bevorzugter Lebensraum, sind verschwunden. Ein Grund, warum man ihn bei uns noch antreffen kann: Der Nachbar hat noch viele Obstbaumbestände.

Zeit für Kornelkirschen-Gelee

Der warme, trockene Sommer hat auch die Reife der Kornelkirschen (Cornus mas) dieses Jahr beschleunigt und so ist meine Ernte heuer bereits Ende August beendet.

Die Kornellen sollte man bereits im fast überreifen, weichen Zustand ernten, dann erst sind sie perfekt für die Herstellung des wunderbar fein schmeckenden Gelees, den man fast nirgends im Verkauf finden kann.

Augentrost – der Augen Licht und Freude

Der Augentrost ruft:

Halt, bleib´ stehen und nimm´ mich mit,

dann bist du bald mit dir im Schritt.

Du siehst es klar und auch sehr rein, wie ein “güldner“ Sonnenschein.

Böse Blicke halte ich fern´, denn ich habe dich ja so gern.

Hab´ Dank für die große Freude in dieser Zeit, ich bin bereit.

Dann werd´ ich dich finden und in mein Herz binden.

So bringe dich ein mit Frohsinn und Wein.

Habe Dank für dein Gehen auf leisen Zehen.

© KP Gertrude Kurzbauer

Jetzt blüht es noch, dieses liebliche bescheidene kleine Kräutlein, auf Magerwiesen und Weiderasen, hinauf bis auf 2300 Meter. Dort habe ich diesen Augentrost (Euphrasia) fotografiert, auf einer Alpweide im Oberwallis. Noch habt ihr Gelegenheit, ihn zu entdecken, denn er blüht von August bis September.

«Unser» Kräuterpfarrer Johann Künzle stellte damit einst das Augenwasser «Theodora» her, zusammen mit der «edlen Raute und dem würzigen Fenchel, nach dem uralten Rezept der hl. Theodora.» Denn der Name verrät es uns bereits wofür diese Heilpflanze dem Menschen zu Nutzen sein kann. Auch Hildegard von Bingen erwähnte sie bereits im 12. Jahrhundert.

Der Gattungsname stammt aus dem Griechischen und bedeutet Wohlbefinden, Frohsinn und wer schon mal wie ich, mit wachen Sinnen eine Wiese voll mit blühendem Augentrost gesehen hat, der empfindet ein Leuchten das von ihm ausgeht und eine Freude.

Achtung, einige der über 20 Augentrostarten in der Schweiz sind in gewissen Kantonen vollständig geschützt. Beispielsweise Euphrasia minima, der Zwerg-Augentrost, in NW und TG.

Der Mönchspfeffer – auf ihn sind viele scharf

Das erste Mal entdeckte ich diesen wunderschönen Spätblüher bei einer Freundin im Garten. Ich war überwältigt von den vielen verschiedenen Hummelarten die ich darauf entdecken konnte.

Nun schmückt der Mönchspfeffer mit seinem fliederartigen Aussehen auch meinen Garten. Er blüht dann, wenn vieles andere bereits verblüht ist.