Augentrost – der Augen Licht und Freude

Der Augentrost ruft:

Halt, bleib´ stehen und nimm´ mich mit,

dann bist du bald mit dir im Schritt.

Du siehst es klar und auch sehr rein, wie ein “güldner“ Sonnenschein.

Böse Blicke halte ich fern´, denn ich habe dich ja so gern.

Hab´ Dank für die große Freude in dieser Zeit, ich bin bereit.

Dann werd´ ich dich finden und in mein Herz binden.

So bringe dich ein mit Frohsinn und Wein.

Habe Dank für dein Gehen auf leisen Zehen.

© KP Gertrude Kurzbauer

Jetzt blüht es noch, dieses liebliche bescheidene kleine Kräutlein, auf Magerwiesen und Weiderasen, hinauf bis auf 2300 Meter. Dort habe ich diesen Augentrost (Euphrasia) fotografiert, auf einer Alpweide im Oberwallis. Noch habt ihr Gelegenheit, ihn zu entdecken, denn er blüht von August bis September.

«Unser» Kräuterpfarrer Johann Künzle stellte damit einst das Augenwasser «Theodora» her, zusammen mit der «edlen Raute und dem würzigen Fenchel, nach dem uralten Rezept der hl. Theodora.» Denn der Name verrät es uns bereits wofür diese Heilpflanze dem Menschen zu Nutzen sein kann. Auch Hildegard von Bingen erwähnte sie bereits im 12. Jahrhundert.

Der Gattungsname stammt aus dem Griechischen und bedeutet Wohlbefinden, Frohsinn und wer schon mal wie ich, mit wachen Sinnen eine Wiese voll mit blühendem Augentrost gesehen hat, der empfindet ein Leuchten das von ihm ausgeht und eine Freude.

Achtung, einige der über 20 Augentrostarten in der Schweiz sind in gewissen Kantonen vollständig geschützt. Beispielsweise Euphrasia minima, der Zwerg-Augentrost, in NW und TG.

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