Anleitung für die Beinwell-/Walwurzsalbe

Ich habe dem Beinwell, auch Wallwurz (Symphytum officinalis) genannt, bereits einige Seiten in meinem Natur-Tagebuch gewidmet.

An dieser Stelle möchte ich euch eine Anleitung dazu geben, wie ihr aus den Wurzeln dieser wunderbaren Heilpflanze eine Salbe herstellen könnt.

Der Zeitpunkt für die Ernte der dazu benötigen Wurzeln liegt entweder im zeitigen Frühjahr, wenn die Kräfte noch in der Wurzel sind, oder aber im Spätherbst, wenn sie von den oberflächlichen Pflanzenteilen wieder in die Wurzel zurückgekehrt sind. Ich persönlich ernte immer Ende Oktober, im abnehmenden und absteigenden Mond.

Nachdem die Wurzeln nun äusserlich nicht mehr feucht sind, schneide ich sie fein und gebe sie in’s Öl. Auf die verschiedenen Ölarten und ihre Vorzüge komme ich am Schluss des Beitrags.

Wieviel Wurzeln ihr dabei verwendet, bleibt euch überlassen. Wie ihr jedoch dem Bild entnehmen könnt, geize ich nicht damit und bedecke sie einfach gut mit Öl. Andere verwenden nur ein Drittel Wurzeln.

Um die Wirkstoffe aus der Wurzel zu «ziehen» erwärme ich das Wurzel-/Ölgemisch während mindestens drei Tagen täglich einmal und achte dabei mit einem Glasthermometer, dass es nie 65° übersteigt. Sobald es zu heiss wird, gehen die Wirkstoffe verloren und das möchte ich natürlich verhindern.

Nachdem die Wurzeln ausreichend im Öl ziehen konnten, heisst es abseihen. Dabei kann man die Kaffeefiltermethode verwenden wie auf dem Bild, das mache ich jeweils mit den Ringelbumen, oder aber man giesst das Öl mit den Wurzeln drin durch ein feines Tuch, das auf einem Sieb liegt und windet es danach aus. Das ist meine Methode.

Nun habt ihr bereits fertiges Beinwell-Öl. Dieses könnt ihr nun in dunklen Flaschen an einem kühlen Ort aufbewahren. Entweder ihr belässt es dabei und wendet es als Öl an, oder aber ihr macht nun damit eine Salbe.

Für die Salbe folgen jetzt die weiteren Schritte. Ihr benötig dazu gereinigtes Bienenwachs, wenn möglich gelbes, ungebleichtes und allenfalls ätherische Öle als Zusatz, je nachdem was ihr euch wünscht (Lavendel, Bergamotte, Jasmin, Pfefferminze, Rosenholz, Rosmarin, Verveine, Weihrauch etc.)

Zuerst müsst ihr wissen, wieviel Salben ihr machen möchtet, damit ihr die Bienenwachsmenge berechnen könnt.

Auf 50 ml Öl benötigt ihr 8 g Wachs

Nun gebt ihr das abgemessene Beinwellöl in einen feuerfesten Behälter (am besten ein Becherglas wie auf dem Bild) und stellt es in eine Pfanne mit Wasser. Jetzt erhitzt ihr das Wasser und gebt das Wachs in das Öl. Es ist wichtig, auch jetzt wieder mit einem Thermometer zu arbeiten um zu kontrollieren, dass das Öl während des Schmelzens nie heisser als 70° wird, das ist wirklich das Maximum an Hitze. Bei mir übersteigt es eigentlich nie die 65°.

Sobald das Wachs sich vollständig im heissen Öl aufgelöst hat, heisst es abfüllen in die zuvor mit Alkohol sterilisierten Tiegel und Töpfchen. Wichtig ist immer, sehr sauber zu arbeiten, also alle Gerätschaften entweder vorher abzukochen oder mit Hochprozentigem auszuwischen.

Jetzt, nach dem abfüllen, könnt ihr – falls ihr möchtet – in jedes Töpfchen noch ein paar Tropfen eures ausgewählten naturreinen ätherischen Öls geben. Danach heisst es rühren, rühren, rühren (ich mache das mit einem Glasstäbchen) bis die Salbe die Konsistenz einer Mayonnaise hat Dann könnt ihr aufhören mit rühren und die Salben erkalten lassen, bevor ihr den Deckel raufmacht.

Das Rühren ist sehr wichtig (ca. 20 Minuten). Wer nur einfach abfüllt, ohne danach zu rühren, erhält eine steinharte Salbe.

Nun noch ein paar Worte zum ausgewählten Basisöl:

  1. Traubenkernöl: Ist ein leichtes Öl, zieht schnell ein und ist vorallem für fette und/oder unreine Haut geeignet
  2. Mandelöl: Ein wunderbares Öl für die Haut, wirkt reizlindernd, pflegend, schützend, ist besonders geeignet für trockene Haut, die zu Ekzemen und Rissen neigt.
  3. Rapsöl: Bestens geeignet für empfindliche Haut, sorgt für Feuchtigkeit und ist als einheimisches Öl auch aus ökologischer Sicht empfehlenwert
  4. Jojobaöl: Der Rolls Royce, weil sehr teuer. Ist eigentlich ein flüssiges Wachs, das aus der Nuss eines 2 -3 Meter hohen Baumes aus den USA und Mexiko gewonnen wird. Es dringt sehr gut in die Haut ein, da es in seiner Zusammensetzung dem Hautfett ähnelt, zudem wirkt es entzündungshemmend und eignet sich zur Behandlung von Ekzemen
  5. Distelöl: Ist ein leichtes, hautpflegendes Öl und sehr empfehlenswert für fette Haut.
  6. Leinöl: Hautpflegend und für sehr trockene Haut geeignet
  7. Olivenöl: Wirkt heilend und entzündungshemmend. Sehr gutes Öl für Allergiker.
  8. Kokosnussöl: Gut bei rissiger oder spröder Haut, kann jedoch bei sehr hohem Kokosanteil (über 30%) die Haut zu sehr austrocknen.

Ihr seht, ihr habt die Qual der Wahl. Ich selber arbeite mit Mandel- und teilweise mit Sonnenblumenöl. Noch etwas zur Haltbarkeit: Diese Salben halten sich ungefähr ein Jahr lang, dann kann man sie zwar noch immer verwenden, doch sie beginnen irgendwann zu «mäkeln», weil das Fett ranzig wird. Natürlich findet ihr im Internet auch noch Stoffe zur längeren Haltbarkeit die ihr hinzufügen könnt. Ich verzichte jedoch bewusst darauf, da ich meine Salben so natürlich wie möglich, mit so wenig wie möglich Zusatzstoffen herstellen möchte.

Nun wünsche ich euch viel Freude beim Herstellen der Salbe.

Selbstverständlich könnt ihr eure Dosen danach noch mit schönen Etiketten versehen, sei es von Hand designt, oder mit dem Drucker.

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