
Anisbrötli, hergestellt mit Anisteigrolle nach (Ur-)Grossmutterart.
Wie so vieles entdeckte ich diese (antike) Anisteigrolle in einem Brockenhaus. Mit ihr lassen sich wunderschöne Anisbrötli herstellen. Ich verwende denselben Teig wie für die Chräbeli (Springerle).
Zuerst stelle ich den Teig her für die Anisbrötli, das ist derselbe wie für Chräbeli/Springerle:
4 Eier / 500 Gramm Puderzucker, 1 Prise Salz, 1 1/2 Esslöffel Anissamen (leicht anrösten), 1 guter EL Kirsch, 500 Gramm Mehl
Den fertigen Teig 10 Minuten ruhen lassen vor dem Weiterverarbeiten, danach knapp 1 cm dick auswallen.


Nachdem der Teig fertig ausgewallt ist, nun mit der Anismodelrolle darüber rollen und diese dabei leicht andrücken. Muss man herausfinden, wie fest gedrückt werden darf, damit die Brötchen nicht zu dünn werden, aber das Muster trotzdem gut zur Geltung kommt.
Nach dem Gebrauch die Rolle gut reinigen, aber ja nicht auf einer Heizung trocknen lassen, sonst könnte das Holz Risse bekommen.
Jetzt können die einzelnen Brötchen entlang der vorgegebenen Linien mit einem Messer voneinander abgetrennt und auf ein Backblech ausgelegt werden.
Es sollte kein Backpapier verwendet werden, sondern es empfiehlt sich das Backblech einfach gut mit Butter einzufetten.
Vor dem Backen die Anisbrötchen 48 Stunden trocknen lassen, dabei Zugluft vermeiden.


Nachdem man die ausgeschnittenen Brötchen während 48 Stunden hat trocknen lassen, nun bei 140° backen, 15 Minuten lang. Sie sollten weiss bleiben und keinesfalls braun werden, auch der Boden nicht. Während des Backens die Ofentüre einen Spalt breit geöffnet lassen (Wallholz einklemmen).
Innen sollten die Brötchen noch etwas weich sein, das ist die Kunst. Am besten einfach ausprobieren mit der Backdauer und der Dauer des Antrocknens. Einige empfehlen das Antrocknen von 24 Stunden, dann würde ich sie jedoch etwas länger, vielleicht 20 Minuten backen.
Wer mit demselben Teig Chräbeli (Springerle) machen möchte, formt ca. 1 1/2 cm dicke Rollen und kürzt sie auf 4-5 cm ein.
Danach krümmt man sie leicht und schneidet sie auf der Seite ein, damit sie die charakteristische Chräbeliform bekommen. Ihr seht davon ein Bild in der Galerie.
Was gibt es Schöneres, als jetzt bei diesem Hudelwetter drinnen zu backen. Dazu brennen Kerzen in den von feinem Guetzliduft erfüllten Wohnräumen.
Ich wünsche euch allen von Herzen einen wunderschönen 2. Advent.




Gsed sehr fein us😍
Schöner Beitrag! Ja, es weihnachtet sehr, und damit ist wieder ein Jahr vorbei. Ein Jahr voller spannender, lehrreicher Beiträge von Ihnen. Immer top recherchiert, top präsentiert, mit wunderschönen Fotos. Einfach ein Hit. Wo findet man sowas heute noch, und das ohne Reklame! ich schätze es ungemein und ich sage einfach DANKE, dass Sie uns daran teilhaben lassen. Meinen Dank lasse ich – ganz banal – durch Paypal noch unterstreichen.
ich wünsche Ihnen schöne Feiertage, alles Gute für 2026 und weiterhin viel Schaffenskraft!