
Gestern konnte man am Himmel wieder Spektakuläres beobachten, nein, keine Ufos, obwohl sie manchmal in ihrer Form daran erinnern:
Mächtige, linsenförmige Wolken schwebten für längere Zeit am selben Ort über den Bergen. Es schien, als wären sie aufeinander gestapelt, wie eine Beige von Tellern.
In der Meteorologie werden sie als Altocumulus Lenticularis bezeichnet, im Volksmund aufgrund ihrer Form als Linsenwolken oder Föhnfische. Sie entstehen immer dann, wenn starke Winde über ein Gebirge strömen. Dadurch gerät die Luft auf der Leeseite in eine wellenartige Bewegung, ähnlich wie man das auch im Fluss beobachten kann, wenn das Wasser auf ein Hindernis trifft.


Sobald die Luft innerhalb einer solchen Welle aufsteigt, kühlt sie ab und in der Folge entsteht eine Wolke. Die löst sich auf, sobald die Luft wieder absinkt. Auf diese Weise entstehen die charakteristischen, linsenförmigen Gebilde. Dass sie dabei aussehen, wie übereinander gestapelte Teller kommt daher, dass sich mehrere feuchte Luftschichten in verschiedenen Höhen befinden können.
Interessant: Linsenwolken scheinen oft über längere Zeit am selben Ort zu verharren, so, wie das gestern der Fall war, ABER: Die Luft strömt mit hoher Geschwindigkeit durch die Wolke hindurch. Während auf der windzugewandten Seite laufend Wasserdampf neu kondensiert, verdunstet die Wolke auf der anderen Seite wieder. Dadurch scheint es, als würde die Wolke stehen bleiben, dabei ist die Luft aber ständig in Bewegung.
Ich kenne diese Wolken gut von meiner Kindheit her. Die Grosseltern sprachen dabei stets von Föhnfischen, sobald sie auftauchten, hiess es «Lueg, es isch föhnig».

Nachfolgend nach drei Bilder die ich am 9. November 2018 um 18.15 Uhr aufgenommen habe. Es waren die bisher spektakulärsten Lenticularis die ich je beobachten konnte. Sie waren riesig und schwebten für längere Zeit just über mir. Ein unvergessliches Erlebnis, das man nie mehr vergisst.



Quelle Informationen Lenticularis: SRF Meteo