Wer es im Herbst nicht gemacht hat, sollte spätestens jetzt seine Nistkästen reinigen. Die Vögel sind schon jetzt intensiv mit «Wohnungsbesichtigungen» beschäftigt und da will man doch eine schöne, leergeräumte Nistgelegenheit anbieten können.
Jetzt, vor dem Laubaustrieb, sieht man, wo die Vögel im letzten Sommer überall genistet haben. Auch bei uns im Garten.
In Zukunft werde ich in loser Folge unter dem Titel «Sagenhaftes am Sonntag» Einblick in die Welt der Sagen geben. Dies auf vielfach geäusserten Wunsch und weil ich der Meinung bin, dass diese Ergänzung gut zu meinem Naturtagebuch passt.
Und so erzähle ich euch heute die Sage von der «Wettertanne». Wie alle meine Texte im Naturtagebuch, ist sie von mir persönlich, einem Menschen aus Fleisch und Blut, mit Herz und Seele, aufgeschrieben, ohne KI, ohne ChatGPT.
Die Entdeckung dieses mit Eiszapfen behangenen Felsens auf unserem Hausberg war mir das schönste Geschenk der Natur zu Neujahr!
Von hier sende ich euch meine diesjährigen Neujahrsgrüsse und – Wünsche sowie auch ein grosses Dankeschön an alle, die mich ab und zu finanziell unterstützen bei der Arbeit an diesem Naturtagebuch, meinem Herzensprojekt.
Wie beeindruckte mich doch diese junge Eibe, wie sie einst niedergedrückt und gekappt worden ist und daraufhin einfach mit neuen senkrechten Trieben reagiert hat.
Es gibt immer wieder Beispiele, wo die Natur uns zeigt, wie zäh, wie unglaublich widerstands- und anpassungsfähig sie doch ist. Beim Menschen spricht man dabei heute von Resilienz. In den Weihnachtstagen durfte ich gleich zwei Filme sehen, die diese auf so volltreffliche, wunderbare Weise gezeigt hatten.
Dieses Bild stammt von unserer Wanderung vom 25. Dezember 2024. Letztes Jahr durften wir endlich wieder einmal wunderschöne weisse Weihnachten feiern.
Heuer blieb der Schnee an den Festtagen aus, stattdessen weht uns auch heute, am Weihnachtstag, ein starker, bissig kalter Biswind um die Ohren. Er rüttelt laut an den Holzfensterläden, während ich diese Zeilen für euch schreibe.
Wintersonnwende, 4. Advent, Thomastag, und je nach Zählung auch der Beginn der geheimnisumwitterten, dunklen Rauhnächte.
Wie ihr seht, ist heute Sonntag, 21. Dezember, so einiges los, und während ich heute im Nebel zu Füssen einer mächtigen Fichte sass, direkt am Rand zur Schlucht, machte ich mir Gedanken, worüber ich heute in mein Naturtagebuch schreibe.
Heute ist der 4. Dezember, Barbaratag (Hl. Barbara), er ist verbunden mit verschiedenen Bräuchen.
Habe vorhin meinen Nachbarn auf den Kirschbaum steigen sehen, wie er Barbarazweige geschnitten hat. Gehen dessen Blütenknospen an Weihnachten in der Stube auf, bringt das der Familie Glück und Segen.
Genauso wie der Barbaraweizen, dessen Aussaat heute auf einem Teller ausgelegt wird. Ein Brauch, der in der Schweiz weniger praktiziert wird, viel eher in Ländern wie Slowenien, Ungarn, Kroatien oder Österreich.
An was denkt ihr beim heutigen Datum 11.11., dem Martini-Tag?
Bin soeben von der Stadt zurückgekehrt und dort dominierte – wie immer um den 11. November herum – vor allem eines: der Black Friday, Tage, an denen es vielerorts Spezialrabatte gibt. Und Fasnächtler wissen: am 11.11. um 11 Uhr 11, beginnt die Fasnacht.
Einigen von euch aber kommt vielleicht bei Martini nicht nur der Gedanke an den Hl. Martin, der seinen Mantel für einen Bettler mit dem Schwert entzwei schnitt, sondern auch an die Martinsgans. Über diesen und weitere Martini-Brauchtümer schreibe ich heute.
Nebel zieht auf, nun auch in höheren Lagen. Ich spüre seine Nähe bereits, ein kühler Windhauch kündigt ihn an.
Setze mich auf das Wiesenbord, schaue zu, wie seine weissen Schwaden ins Hochtal hinaufkriechen.
Beobachte die Rinder, die noch immer auf der Weide sein dürfen. Doch diese Tage sind gezählt, bald schon wird hier, auf rund 800 Metern, der Winter sein weisses Betttuch über den Wiesen ausbreiten.
Ganz in der Nähe blüht noch eine einsame letzte Rose an einer Hausfassade. Ihr Anblick berührt mich, denn sie ist vielleicht ein letzter Gruss von «Drüben».
Viele der im Naturtagebuch bereits beschriebenen Wanderinsekten die uns im Herbst Richtung Süden verlassen, sind jetzt vor ihrem Abflug auf eine letzte Stärkung angewiesen. So zum Beispiel verschiedene Schwebfliegenarten oder Schmetterlinge wie der Admiral und der Distelfalter. Aber auch das Tagpfauenauge oder der Zitronenfalter, die bei uns überwintern und Hummeln, erfreuen sich dieser letzten Blumen in Wildnis und Garten.
Bei den Wildpflanzen sind es im Wald vor allem der Efeu und letzte Kohlkratzdistel- oder Wasserdostblüten, auf den Wiesen der Wiesenbärenklau, Acker-Witwenblumen oder die ebenfalls bis spät in den Herbst hinein blühende Kuckucks-Lichtnelke (Bild/Silene flos-cuculi), die noch immer für Insekten bereitstehen. Bei mir im Garten unter anderem: Ferkelkräuter (Hypochaeris) und Karthäusernelken (Dianthus carthusianorum) sowie Franzosenkräuter (Knopfkraut/Galinsoga).
Was die kultivierten Gartenpflanzen betrifft, so finden Insekten insbesondere in den alten Bauerngärten auf dem Land, noch eine grosse Auswahl letzter willkommener Nektar- und Pollenquellen. Einige dieser Pflanzen, wie die Tagetes oder hier abgebildete Winteraster, sind mittlerweile etwas «aus der Mode geraten», bei einigen sogar verpönt, aber es ist und bleibt eine Tatsache, dass es unter anderem eben auch diese Gartenblumenarten sind, die wirklich von sehr vielen Insekten angeflogen werden. Sie blühen unermüdlich bis der erste Schnee fällt oder harte Fröste sie zum Erliegen bringen. (Bild: Winteraster)
Bei einigen Nachbarn sind es die Tagetes (pflanze ich nie, denn sie sind bei mir lediglich Schneckenfutter); in meinem Garten hauptsächlich die dankbaren, seit vielen Jahren an dieser Stelle blühenden, winterharten Winterastern (Chrysanthemum «Clara curtis) die erst nach den Herbstastern blühen. Sie alle, auch der pausenlos, orange blühende Goldmohn (Eschscholzia californica) und die Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) sind mehrjährig und winterhart. An einem sonnigen Tag im Spätherbst sind sie über und über voll mit Insekten aller Art, sogar letzte Rosenkäfer kann ich auf ihnen beobachten. Bilder davon findet ihr anschliessend in der Galerie.
Für mich ist es stets eine grosse Freude, an schönen Spätherbsttagen über Land zu laufen und einen Blick in die alten, noch gepflegten, bunten Bauerngärten zu werfen. Dort flattert, summt und brummt es noch immer.
Anders sieht es aus, wenn ich mancherorts die Bepflanzung rund um Alters- & Pflegeheime betrachte.
Die Bepflanzung vieler Einrichtungen für unsere Senioren und Seniorinnen richtet sich vor allem nach einem: dem Geldbeutel, sprich den Unterhaltskosten. Sie ist selbst heutzutage bei neueren Anlagen noch immer ideenlos, mit den ewig gleichen, langweiligen aber pflegeleichten Pflanzen bestückt. Rabatten ohne Blumen, wenn nicht Schotter, dann sind vielleicht noch Rosen das höchste der Gefühle, aber weit und breit keine der gerade bei älteren Menschen geliebten Blumen die sie noch aus ihren Gärten kennen. Sind sie es uns, den Steuerzahlenden, nicht wert, dass wir ihnen aufs Alter ein paar Blumen gönnen mögen? – Jetzt starte ich dann einfach mal eine Guerilla-Aktion und pflanze in einer nebelverhangenen Nacht ein paar schöne mehrjährige, langblühende Blumen in die Rabatten, so, dass immer etwas blüht: Seelennahrung für die Herzen unserer Seniorinnen und Senioren, sie haben es verdient.
Es folgen in der Galerie noch ein paar Bilder letzter Blumen im Oktober-/Novembergarten.
Nun sende ich euch an diesem trüben, regnerischen und vor allem kühlen Samstag, einen Sonnenstrahl und wünsche ein schönes Wochenende,
Gaby Kistler
Letzte SchlafmohnblütenTagpfauenauge auf WinterasterAdmiral auf TagetesSchwebfliegenartenFetthenneKapuzinerkresseGoldmohnKarthäusernelkeViolettes LeinkrautGelbe SkabioseFerkelkrautKnopfkrautStorchenschnabelStorchenschnabelRote SpornblumeNachtkerze (Oenothera)Wiesenbärenklau
Unterstütze das Natur-Tagebuch
Liebe Leserinnen und Leser
Ich verwende für mein Naturtagebuch nur eigene Bilder und Videos, nicht immer ganz perfekte vielleicht, aber sie stammen von mir. Genauso die Texte: Alles was du liest, habe ich selber geschrieben, kein ChatGPT oder sonstige KI.
Das alles ist zeitintensiv, vor allem auch die seriöse Recherchearbeit, die hinter vielen Beiträgen steckt. Jede Spende, ist für mich ein Zeichen der Wertschätzung für meine Arbeit, die ich in dieses Naturtagebuch investiere. Sie trägt dazu bei, dass ich weiterhin an dieser Stelle über Interessantes, Erstaunliches und Wunderschönes aus der Natur berichten kann – für eine tiefere Verbindung zur Natur direkt vor unserer Haustüre.🌿