Kletten-Labkraut: Das Klebkraut ist auch eine Heilpflanze

Das Kletten-Labkraut (Galium aparine) heisst nicht umsonst auch Klebkraut. Wer von euch mag sich noch erinnern, wie wir uns in Kindertagen gegenseitig mit diesem Kraut beworfen haben? Es haftete überall, auf Haaren, Schultornistern, Kleidern. Die äusserst «anhängliche» Pflanze wird auch als Zaunkleber bezeichnet, weil sie sich dank ihren Widerhaken gerne an Zäunen, aber auch an Baumstämmen und Sträuchern emporrankt. Sie zählt wie die anderen Labkräuter (Galium) zu den altbewährten Heilpflanzen.

Da freuen sich die Hummeln: Goldnesselblüte in Wildnis und Garten

Heute ist es bei uns wieder saukalt, nur gut 10°, und eine Regenfront folgt auf die nächste. Nur kurz, lässt sich die Sonne zwischendurch blicken, als wolle sie uns trösten und sagen «Ich bin übrigens schon da, nur seht ihr mich zur Zeit grad nicht».

Da tut uns doch an diesem trüben Tag ein wenig Farbe gut, zum Beispiel die von den goldgelben Blüten der Goldnesseln (Lamium galeobdolon).

Ein Hermelin beschert viel Freude am Auffahrtstag

Heute morgen überlegte ich mir, wem ich heute meinen Tagebuchbeitrag widmen könnte. Da uns in den vergangenen Wochen fast täglich Hermeline im Garten um die Ohren flitzen, dachte ich, mal wieder diesem drolligen und zugleich wieselflinken Tier ein paar Zeilen zu widmen.

Nach dem Zmorge, noch bevor ich überhaupt dazu kam, in die Tasten zu hauen, griff ich blitzschnell zur Kamera, denn just vor dem Fenster sah ich wieder ein Hermelin in Nachbars gemähter Wiese auf Mäusejagd.

Salomonssiegel – geheimnisvoll und sagenumwoben

Es sieht aus, wie aus einer anderen Welt und tatsächlich gehört das Salomonssiegel (Polygonatum) zu den sagenumwobensten heimischen Pflanzen.

Die bogigen, fast waagrechten Stängel, an dem weisse Blütenglöckchen aufgereiht sind, machen das auch als Weisswurz bekannte Gewächs unverwechselbar. Es gibt hierzulande zwei Arten, die man anhand weniger Merkmale gut voneinander unterscheiden kann. Ihrem Wurzelstock soll grosse Zauberkraft innewohnen.

Die Eisheiligen sind da, stilgerecht mit Schnee und Frost!

Heute erfolgt die Ankunft des ersten der drei «Atzis» (Eisheiligen): Pankratius. Stilgerecht begleitet von Sturmwind und Schnee bis in tiefe Lagen.

Einige zählen den gestrigen Tag, Mamertus, auch zu den Eisheiligen, doch die gefürchtetsten unter den Wetterherren und Wetterfrauen, sind seit jeher die folgenden drei Eismänner:

12. Mai: Pankratius / 13. Mai: Servatius, 14. Mai: Bonifatius

Zu guter Letzt kommt am 15. Mai noch die «Kalte Sophie», wobei besonders die «nasse Sophie» gefürchtet war: Regnete es an diesem Tag, sollte es 40 Tage Niederschlag geben, so eine alte Bauernregel.

Berge von Buchenblüten fluten die Waldböden

Aktuelles vom Wald: Zur Zeit erleben wir in der Schweiz vielerorts eine richtiggehende Flut von Buchenblüten die sich über Waldböden und – Wege ergiesst.

Es handelt sich dabei um männliche Blütenkätzchen, die, nachdem sie ihre Pollen abgegeben und die weiblichen Blüten befruchtet haben, abfallen. Letztere entwickeln sich zu den bekannten Bucheckern, den Früchten der Buche (Fagus sylvatica).

Wer die braunen Teppiche auf den Waldböden etwas genauer betrachtet, entdeckt, dass es sich dabei um Unmengen von abgefallenen, männlichen Buchenkätzchen handelt: langstielige, flauschige Büschelchen. Rund 12 000 Pollen gibt jedes einzelne von ihnen ab, in Mastjahren ist es sogar ein Vielfaches.

Es waren demnach nicht nur die Fichten «schuld», dass gelbe Pollenmassen in den letzten Wochen so ziemlich alles überzogen haben. In Mischwäldern waren auch Unmengen an Buchenpollen mitbeteiligt.

Dieses Jahr blühen die Buchen besonders stark. Der Grund dafür – so eine Expertenaussage kürzlich in einer Zeitung* – liege am vergangenen Sommer. «Der warme Sommer 2025 mit genügend Regen habe optimale Bedingungen für die diesjährige starke Blüte geschaffen.» Und auch der vergangene, trockene April, habe die Bedingungen für diese aussergewöhnlich starke Buchenblüte zusätzlich optimiert.

Was aber ist zwischenzeitlich mit den befruchteten weiblichen Buchenblüten geschehen? Sie sitzen ja bei der einhäusigen Buche auf demselben Baum wie die männlichen.

Die weiblichen und befruchteten Blüten sind bereits sehr fortgeschritten bei der Fruchtentwicklung. Wie ihr auf dem aktuellen Bild sehen könnt, haben sich bereit gut erkennbar die allseits bekannten Buchecker entwickelt. Die Früchte der Buche sind auch als Buchennüsschen bekannt. Sie werden im Herbst, wenn sie reif sind, wieder ein Thema in meinem Blog sein.

Alles Buche oder was?

Die in der Schweiz als Rotbuche (Fagus sylvatica) bezeichnete Buche, um die es in diesem Beitrag geht (Bild), ist nicht zu verwechseln mit der ebenfalls oft als Rotbuche bezeichneten, ROTLAUBIGEN Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea). (Bild in der Galerie).

Als Weissbuche wiederum wird hingegen ein Baum genannt, der eigentlich nicht zur Pflanzenfamilie der Buchengewächse gehört, sondern zur Pflanzenfamilie der Birkengewächse: Die Hainbuche (Carpinus betulus), Bild davon in der Galerie.

Die Buche ist übrigens in der Schweiz gemäss WSL (Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft) «die zweithäufigste Baumart und macht 19% der Gesamtstammzahl aus«.

Zum Mastverhalten schreibt die Forschungsanstalt zudem:

«… Die Buche hat ein ausgeprägtes Mastverhalten und produziert je nach Witterung, Höhenlage und geographischer Breite alle 2 bis 8 Jahre eine grosse Menge an Früchten.
Mastphänomene hängen von der Witterung in den zwei vorangehenden Jahren sowie während der Blütezeit im Frühjahr ab.»

Nun wird wohl das Jahr 2026 wieder ein solches Buchenmastjahr. Das bedeutet, dass die Waldböden dann im Herbst wieder so aussehen werden, wie auf diesem Bild vom 26.9.2020: Belegt mit ganzen Teppichen von Bucheckern.

Benutzte Quellen: * «Tages-Anzeiger», sowie die WSL ((Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft)

Mönchsgrasmücke – kleiner Vogel mit grossartiger Stimme

Wann immer ich im Wald den melodiösen Reviergesang der Mönchsgrasmücke vernehme, muss ich einfach stehen bleiben und lauschen.

Das Männchen hat einen interessanten Trick, wie es Weibchen für sich gewinnen kann.

Hier steht die Rapunzel am Wegrand und nicht im Turm

Am Wegrand habe ich schon vor zwei Wochen die ersten Blüten der Ährigen Teufelskralle (Phyteuma spicatum) entdeckt. Wer schon mal eine Survival-Sendung gesehen, an einem Überlebenstraining oder Wildpflanzenkurs teilgenommen hat, weiss: Diese Pflanze «gehört zu den geschmackvollsten Wildkräutern.

Rote Kerzen auf Fichten und gelbe Pollenwolken über den Wäldern

Die Krone dieser Fichte (Rottanne/Picea abies) ist bestückt mit vielen roten «Kerzen». Es sind die weiblichen Blüten, die hier auf Pollen der männlichen Blüten warten und dieser wabert zur Zeit in riesigen, gelben Wolken über den Nadelwäldern. Wir befinden uns nämlich wieder einmal in einem sogenannten Mastjahr.

Der Gewöhnliche Schneeball – seine Blüten erinnern an Teller-Hortensien

Von Weitem schon sah ich es weiss in der Hecke leuchten und ich wusste: Hier blüht bereits der Gemeine Schneeball. Wie so oft in der Botanik, locken auch seine Blüten die Bestäuber mit einem Trick an.