Zierde jeder Landschaft: Hecken

Bunt zeigen sich jetzt die Hecken in ihrem prächtigen Herbstkleid. Sie sind nicht nur ein Hingucker für uns Menschen, mit Vorteilen auch für die Landwirtschaft, sondern ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere, Rückzugsgebiet, Ort zur Futtersuche und Jungenaufzucht.

Längst wurde ihr zwischenzeitlich verkannter Wert wiederentdeckt und das Pflanzen von Hecken wird gefördert.

Was Hornissen in ihren letzten Tagen noch erledigen

Diese Hornisse (Vespa crabro) verspeist hier vielleicht gerade die letzte Beute in ihrem Leben. Der Hornissenstaat in unserem Garten befindet sich in diesen letzten Oktobertagen in seinem langsamen Niedergang.

Doch noch immer werden von letzten verbliebenen Arbeiterinnen Aufgaben erledigt, wie zum Beispiel das Nest zu säubern und Larven, die nun nicht mehr gefüttert werden, herauszutragen.

Ackerhummeln – bis im November aktiv

Zum Wochenbeginn zeige ich euch dieses kürzlich aufgenommene Ackerhummeln-Video.

Dass ich so spät im Jahr gleich drei Ackerhummeln (Bombus pascuorum) auf der Kohl-Kratzdistel beobachten konnte, ist nichts Aussergewöhnliches.

Sogar im November noch, können vereinzelte Ackerhummeln beobachtet werden. Meistens handelt es sich dann um überwinternde Jungköniginnen, die auf der Suche nach letzten Nektar- und Pollenquellen sind. Da kommt ihnen so eine einsame Kohl-Kratzdistel auf der Waldlichtung gerade recht.

Späte Blumen in Wildnis und Garten erfreuen nicht nur Insekten

Viele der im Naturtagebuch bereits beschriebenen Wanderinsekten die uns im Herbst Richtung Süden verlassen, sind jetzt vor ihrem Abflug auf eine letzte Stärkung angewiesen. So zum Beispiel verschiedene Schwebfliegenarten oder Schmetterlinge wie der Admiral und der Distelfalter. Aber auch das Tagpfauenauge oder der Zitronenfalter, die bei uns überwintern und Hummeln, erfreuen sich dieser letzten Blumen in Wildnis und Garten.

Bei den Wildpflanzen sind es im Wald vor allem der Efeu und letzte Kohlkratzdistel- oder Wasserdostblüten, auf den Wiesen der Wiesenbärenklau, Acker-Witwenblumen oder die ebenfalls bis spät in den Herbst hinein blühende Kuckucks-Lichtnelke (Bild/Silene flos-cuculi), die noch immer für Insekten bereitstehen. Bei mir im Garten unter anderem: Ferkelkräuter (Hypochaeris) und Karthäusernelken (Dianthus carthusianorum) sowie Franzosenkräuter (Knopfkraut/Galinsoga).

Was die kultivierten Gartenpflanzen betrifft, so finden Insekten insbesondere in den alten Bauerngärten auf dem Land, noch eine grosse Auswahl letzter willkommener Nektar- und Pollenquellen. Einige dieser Pflanzen, wie die Tagetes oder hier abgebildete Winteraster, sind mittlerweile etwas «aus der Mode geraten», bei einigen sogar verpönt, aber es ist und bleibt eine Tatsache, dass es unter anderem eben auch diese Gartenblumenarten sind, die wirklich von sehr vielen Insekten angeflogen werden. Sie blühen unermüdlich bis der erste Schnee fällt oder harte Fröste sie zum Erliegen bringen. (Bild: Winteraster)

Bei einigen Nachbarn sind es die Tagetes (pflanze ich nie, denn sie sind bei mir lediglich Schneckenfutter); in meinem Garten hauptsächlich die dankbaren, seit vielen Jahren an dieser Stelle blühenden, winterharten Winterastern (Chrysanthemum «Clara curtis) die erst nach den Herbstastern blühen. Sie alle, auch der pausenlos, orange blühende Goldmohn (Eschscholzia californica) und die Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) sind mehrjährig und winterhart. An einem sonnigen Tag im Spätherbst sind sie über und über voll mit Insekten aller Art, sogar letzte Rosenkäfer kann ich auf ihnen beobachten. Bilder davon findet ihr anschliessend in der Galerie.

Für mich ist es stets eine grosse Freude, an schönen Spätherbsttagen über Land zu laufen und einen Blick in die alten, noch gepflegten, bunten Bauerngärten zu werfen. Dort flattert, summt und brummt es noch immer.

Anders sieht es aus, wenn ich mancherorts die Bepflanzung rund um Alters- & Pflegeheime betrachte.

Die Bepflanzung vieler Einrichtungen für unsere Senioren und Seniorinnen richtet sich vor allem nach einem: dem Geldbeutel, sprich den Unterhaltskosten. Sie ist selbst heutzutage bei neueren Anlagen noch immer ideenlos, mit den ewig gleichen, langweiligen aber pflegeleichten Pflanzen bestückt. Rabatten ohne Blumen, wenn nicht Schotter, dann sind vielleicht noch Rosen das höchste der Gefühle, aber weit und breit keine der gerade bei älteren Menschen geliebten Blumen die sie noch aus ihren Gärten kennen. Sind sie es uns, den Steuerzahlenden, nicht wert, dass wir ihnen aufs Alter ein paar Blumen gönnen mögen? – Jetzt starte ich dann einfach mal eine Guerilla-Aktion und pflanze in einer nebelverhangenen Nacht ein paar schöne mehrjährige, langblühende Blumen in die Rabatten, so, dass immer etwas blüht: Seelennahrung für die Herzen unserer Seniorinnen und Senioren, sie haben es verdient.

Es folgen in der Galerie noch ein paar Bilder letzter Blumen im Oktober-/Novembergarten.

Nun sende ich euch an diesem trüben, regnerischen und vor allem kühlen Samstag, einen Sonnenstrahl und wünsche ein schönes Wochenende,

Gaby Kistler

Phänomen der Physiologischen Nadelschütte

Als ich an unserer Kiefer zum ersten Mal das Phänomen der Physiologischen Nadelschütte festgestellt hatte, war ich wirklich erschrocken. Man verbindet ja gelbe Nadeln in der Regel damit, dass irgendetwas (Krankheit, Trockenheit) mit dem Baum nicht in Ordnung ist. In diesem Fall aber konnte ich beruhigt sein:

Es handelt sich hier um einen wiederkehrenden natürlichen Prozess.

Laub im Herbst – oder: wenn ihr werdet wie die Kinder

Im letzten Beitrag schrieb ich über die einstige Bedeutung des Laubs als Einstreu für das Vieh und Füllmaterial für die Bettlaubsäcke der Menschen.

Falllaub kann aber auch die Lebensfreude in einem erwecken. Obwohl ich 62ig bin, hüpfe ich noch immer gerne in grosse Laubhaufen. Diesen Spass lasse ich mir nicht nehmen und hoffe, ihn noch viele Jahre erleben zu dürfen.

Auch wenn ich nach dem Sprung im ersten Moment – zugegebenermassen – ein wenig an einen hilflosen Käfer auf dem Rücken erinnere. Irgendwann komme ich gar nicht mehr hoch, muss da wohl die Bauchmuskeln etwas mehr trainieren.

Laub- und Nadelstreu, als Unterlage für Mensch und Tier

Unter dem Titel «Waldnutzung unserer Vorfahren» schreibe ich in loser Folge über alte, in Vergessenheit geratene Waldnutzungsformen. Heute, der Jahreszeit entsprechend, zum Thema Laub- und Nadelstreue als Unterlage in Stall und Wohnhaus.

Hagebutten – Leibspeise der Grünfinken

Gleich vor dem Fenster, wo mein Schreibpult steht, wächst unter der grossen Kiefer eine Wildrose. Die ist zur Zeit über und über mit Hagebutten, den Früchten der Heckenrose, behangen.

Und es ist ganz viel los im Strauch, Vögel aller Art halten sich darin auf: Amseln, Rotkehlchen, Meisen, aber auch dieses hübsche Grünfinkweibchen (Chloris chloris). Kein Wunder: Hagebutten gehören zur Leibspeise der Grünfinken.

Faszinierend: Der Zug der Wanderinsekten

Auf den letzten Blüten meines Goldmohns seht ihr gleich zwei Schwebfliegenarten, oben eine Hainschwebfliege und unten vermutlich eine Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege, besser bekannt als Mistbiene. Beide zählen zu den Wanderinsekten, die uns – wie Admiral, Taubenschwänzchen, Windenschwärmer oder Distelfalter – ebenfalls im Spätherbst in Richtung Süden verlassen. Vor dem grossen Flug über die Alpen heisst es für diese Schwebfliegen nochmals reichlich Pollen und Nektar tanken.

Aber auch Libellenarten zählen zu den Wanderinsekten.

Der Oktober treibt es mal wieder bunt!

Seit Langem heisst es bei uns in der Schweiz: «Unten grau, oben blau». Doch heute war der Nebel gnädig mit uns und wir durften auch im Mittelland ein paar Stunden Sonne geniessen. Vor allem während der Mittagspause. Von da habe ich euch diese Bilder mitgebracht.

Nicht nur in den Wäldern wird es langsam bunt, auch die Obstbäume tragen nun ihr schönstes buntes Kleid. Doch unerbittlich zerrt der seit Tagen anhaltende, kalte Biswind am herrlich farbigen Blattschmuck und beim Arbeiten draussen heisst es deshalb heute: Jacke an, Jacke ab. Kaum lässt die kalte Bise für einen Moment nach, ist es angenehm warm.