Der Ahorn bildet den Nachwuchs aus

In unserer Region wachsen viele Bergahorne (Acer pseudoplatanus). Nach ihrer Blüte im Mai, die in hängenden, traubenförmigen Rispen erfolgte, entwickeln sich nun die für Ahorne (Acer) typischen «Propeller»-Samen. Die kugeligen Samen sind alle mit einem «Flügel» ausgestattet und hängen nun paarweise an den ehemaligen Blütenständen. Mit ihnen lassen sich die altbekannten «Nasenzwicker» herstellen.

Zwei Arten von Weidenröschen

Die Weidenröschen (Epilobium) gehören zu den Nachtkerzengewächsen, über 20 (!) verschiedene Arten von ihnen sind im grossen Botanikwälzer «Flora Helvetica» erwähnt. Zwei davon werde ich heute näher vorstellen, die sind auch einfach zum bestimmen. Bei den anderen, insbesondere kleinwüchsigeren und kleinblütigen Arten, tun sich selbst Botaniker manchmal schwer bei der Bestimmung. Kein Wunder, bilden sie doch untereinander zahlreiche Hybriden.

Den Anfang macht das auf dem ersten Bild gezeigte Schmalblättrige Weidenröschen (Wald-Weidenröschen / Epilobium angustifolium)

Das bis zu 150 cm hochwachsende und vor allem in höheren Lagen vorkommende Schmalblättrige Weidenröschen, schmückt in unserem Garten einen Unterstand. An Naturstandorten ist es in lichten Wäldern, auf Felsschutt, an Ufern, oft auch entlang von Bahnschienen anzutreffen. Als Pionierpflanze ist sie eine der ersten die beispielsweise nach einem Felssturz , Sturmschlag im Wald oder einem Waldbrand, das neue Terrain erobert. In Kanada und Alaska wird sie wegen dieser Eigenschaft als Fireweed bezeichnet. Aber auch hierzulande wird sie manchmal als Feuerkraut benannt.

Charakteristisch für das Schmalblättrige Weidenröschen sind die hohen, aufrecht stehenden Stängel, belaubt mit schmalen, weidenartigen Blättern. An deren Ende befinden sich hübsche rosa Blütentürmchen, an denen ich mich nicht sattsehen kann und die sehr gut von Honig- und Wildbienen aller Art aufgesucht werden.

Einerseits vermehrt sich diese dekorative Wildpflanze vegetativ über Wurzelsprosse und Verzweigungen des Rhizoms, andererseits aber auch durch ihre Samen. Dank ihres langen «Haarschopfs» können diese bis zu 10 Kilometer weit fliegen. Wer weiss, vielleicht wird das Weidenröschen deswegen im Tirol als «Frauenhaar» bezeichnet.

Das Rauhaarige auch Zottige Weidenröschen (Epilobium hirsutum) wächst ebenfalls in meinem Garten. Eines Tages war es plötzlich da und es erfreut mich – wie auch das Schmalblättrige Weidenröschen – mit seinen grossen, purpurrot leuchtenden Blüten. Auch diese Weidenröschenart findet man häufig in grossen Beständen, jedoch eher an etwas feuchteren Standorten als das Schmalblättrige Weidenröschen. Zur Zeit bildet es bei mir eine wunderschöne Blühgemeinschaft mit dem Mädesüss (Bild). Weitere Bilder findet ihr wie gewohnt in der Galerie am Schluss des Beitrags.

Was das Weidenröschen (Epilobium) als Heilpflanze betrifft, so gibt es verschiedene Ansichten und Wertigkeiten. So schreibt die grosse Kräuterkundige Österreichs, Maria Treben, in ihrem Standardwerk von 1980 («Gesundheit aus der Apotheke Gottes») interessanterweise, dass genau die von mir heute gezeigten Arten, nämlich das Schmalblättrige (Wald-)-Weidenröschen (E. angustifolium), sowie das nachfolgend gezeigte, ebenfalls hochwachsende Zottige (Rauhaarige) Weidenröschen (E. hirsutum), nicht gesammelt werden sollten. Im Gegenzug jedoch nennt sie viele andere Weidenröschenarten, die sie als heilkräftig bezeichnet, am meisten jedoch das Kleinblütige Weidenröschen (Epilobium parviflorum), welches schon immer bei Prostata-, Blasen- und Nierenerkrankungen Verwendung fand.

Als weitere «heilkräftige Weidenröschenarten» zählt Maria Treben folgende auf: Rosenrotes Weidenröschen (E. roseum), Berg-Weidenröschen (E. montanum, Dunkelgrüne Weidenröschen (E. obscurum), das Lanzettblättrige Weidenröschen (E. lanzeolatum), das Hügel-Weidenröschen (E. collinum), das Sumpf-Weidenröschen (E. palustre), das Kiesweidenröschen/Fleischers Weidenröschen (E. fleischeri) und das Alpen-Weidenröschen (E. anagallidifolium).

Nebenan seht ihr noch eine der zahlreichen, kleinwüchsigen Weidenröschenarten mit kleinen Blüten, die – wie eingangs erwähnt – schwer zu bestimmen sind. Sie unterscheiden sich jedoch alle deutlich von den beiden heute vorgestellten Arten, die hochwachsend sind und viel grössere Blüten besitzen.

Anderorts findet übrigens auch das Schmalblättrige Weidenröschen (E. angustifolium) sehr wohl eine positive Erwähnung als Heilpflanze, so etwa in Wolf Dieter Storls Buch «Ur-Medizin», wie auch im Kosmos-Heilpflanzenführer oder in «Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen». Letztlich aber wird immer wieder auf das Kleinblütige Weidenröschen (E. parviflorum) als DIE Weisenröschen-Heilpflanze verwiesen.

Weitere Informationen zur Verwendung von Weidenröschen als Heilpflanzen findet ihr hier: https://www.servus.com/a/n/weidenroeschen-tee-wirkung-prostata

Das wilde Rüebli erobert die Gärten – die Wilde Möhre ist wieder da!

Da blüht sie, just vor meinem Küchenfenster, die Wilde Möhre (Daucus carota supsp. carota). Noch vor wenigen Jahren kannte ich sie nicht, bis sie den Weg über eine Wildblumenmischung in meinen Garten gefunden hat. Seither möchte ich diese wunderschöne Wildpflanze nicht mehr missen.

Die dekorative wilde Verwandte der Gemüsekarotte wartet übrigens mit einem Blütengeheimnis auf.

Orientalisch anmutendes Kunstwerk

Neulich lief ich an unseren Blumenrabatten vorbei und entdeckte dieses prächtige Kunstwerk: Ein Siegel der Natur!

Es zeigt einen wahrlich prächtigen «Bodenschatz», nämlich den Boden einer verblühten Pfingstrosenblüte.

So bringt mich die Natur immer wieder von Neuem zum Staunen. 60 Jahre bereits wächst diese Pfingstrose in unserem Garten und noch nie wurde ich dieser wunderschönen Kunstwerke gewahr. Ich kann sie nur an dieser stark duftenden, weissen Sorte entdecken (letztes Bild).

Umschwärmte Nachtkerzenblüten

Es ist abends um 21.30 Uhr und am Eindunkeln. Bereits jetzt sind viele verschiedene Nachtfalter unterwegs und besuchen Blüten wie die der Nachtkerzen (Oenothera).

Insbesondere Schwärmer wie der Nachtkerzenschwärmer und der Mittlere Weinschwärmer, sind häufige Besucher der leuchtend gelben Blüten. Die wiederum ziehen die Fledermäuse an, die in der Dämmerung bei uns allabendlich umherflitzen.

Viele interessante Informationen – unter anderem warum die Nachtkerze auch «Schinkenwurz» genannt wird – findet ihr in diesem Beitrag: https://natur-tagebuch.ch/sie-leuchten-wieder-die-kerzen-der-nacht/

Eine Kamille, die nach Ananas duftet

Sie gehört ebenfalls zu der Gattung der Kamillen, besitzt aber keine weissen Zungenblüten wie die Echte Kamille:

Die Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea)

Das zähe Kräutlein ist zwar nicht ganz so heilkräftig wie die Echte Kamille (Matricaria chamomilla), kann aber stattdessen mit etwas anderem punkten.

Verführerisch Rote Heckenkirsche

Gestern war der 1. Tag jenes Monats, der einst als Heumonat bezeichnet worden ist. Wobei bei uns die meisten Bauern in tieferen Lagen bereits das Emd eingefahren haben. Als Heu bezeichnen wir bei uns nur den getrockneten ersten Schnitt der Grünlandpflanzen. Bis zu sechsmal werden heutzutage Heuwiesen geschnitten. Diese weiteren Grasschnitte bezeichnet man als Emd, sie enthalten in der Regel mehr Kräuter und sind etwas kürzer.

Ein Blick in die Hecken zeigt: Dort leuchten jetzt die roten, etwas gläsern wirkenden Beerenfrüchte der Roten Heckenkirsche (Lonicera xylosteum).