Kaum zu glauben, es ist erst Ende März und ich konnte letzte Woche schon eine erste bewohnte Feldgrillenhöhle in unserem Rasen entdecken.
Vorhin hörte ich in einem trockenen Südhang sogar bereits einen ganzen Chor Feldgrillen zirpen. Das ist schon sehr früh und auf das Wochenende ist nochmals Schnee angesagt.
Fast hätte ich die Blütezeit des Lerchensporns (Corydalis) entlang der Haselhecke verpasst.
Es handelt sich hier um den Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava). Endlich nun habe ich für mich ein Merkmal gefunden, das mich die beiden Arten, den Hohlen L. und den Gefingerten L. gut voneinander unterscheiden lässt.
Da blüht sie nun, meine rote Küchenschelle (Pulsatilla rubra).
Sie hat schon ihren eigenen Willen, blüht nicht da, wo ich eigentlich einen Platz für sie vorgesehen hätte und sie blüht auch nicht nur dann, wenn es ihre Artgenossinnen tun.
Sie mögen beide dieselben Standorte und sind deshalb nicht selten dicht ineinander verwachsen, anzutreffen, so, wie auf diesem Bild:
Der giftige Aronstab (Arum), mit rotem Punkt markiert und das Blatt des Bärlauchs (Allium ursinum).
Doch es gibt einige Merkmale, anhand derer man sie unterscheiden kann, denn man sollte sich nicht allein auf den Knoblauchgeruch des Bärlauchs verlassen.
Was wäre ein Frühling ohne das zauberhafte Busch-Windröschen, auch bekannt als Wald-Anemone (Anemone nemorosa)?
Es begegnet uns zur Zeit überall entlang von Hecken, unter Gebüsch und in Laub- oder Mischwäldern. Ist euch schon mal aufgefallen, dass seine Blätter nicht immer dieselbe Farbe haben?
Also eigentlich wollte ich ja nur die wunderbar blühende Bergenie im Garten fotografieren, da flatterte mir dieser Admiral vor die Linse.
Der Admiral gehört zu den sogenannten Wanderfaltern, die im Herbst in Richtung Süden davonflattern und deren Nachkommen im Frühling zu uns zurückkehren.
Zu diesem frühen Zeitpunkt jedoch handelt es sich hier wahrscheinlich eher um einen «Daheimgebliebenen». Von denen gibt es infolge der immer milderen Wintern jedes Jahr mehr.
Seit über 50 Jahren bereits beobachte ich diese Dachsburgen. Entlang dieses Waldrandstücks gibt es viele Eingänge, Trampelpfade, Latrinen und Kratzbäume zu entdecken.
Momentan ist grad viel los bei Familie Dachs, denn in den Monaten Februar und März kommt ihr Nachwuchs zur Welt. Die Paarung fand bereits im Hochsommer statt.
Jetzt kommt wieder die Zeit, wo so mancher von uns im Garten steht und sich fragt, was denn da spriesst. Vorallem die Beikräuter mögen verunsichern.
Wie heissen beispielsweise diese in den Himmel wachsenden Türmchen? Habe ich das gesät? Ah, das ist ja der Kriechende Günsel!
Habe euch eine Galerie mit den häufigsten Gartenbegleitkräutern (Beikräuter, oder auf altmodisch «Jät») zusammengestellt. Mit dabei auch einige wenige kultivierte Pflanzen.
Nach mittlerweile 36 Jahren gärtnern habe ich ein entspanntes Verhältnis zum Jät. Das ist für mich kein abwertendes Wort, sondern einfach die Bezeichnung für Beikräuter die in den Gartenbeeten wachsen. Sie können sogar eine wichtige Funktion im Garten einnehmen, nämlich die eines Bodendeckers. Sie schützen die Erde vor Witterungseinflüssen: Austrocknung durch Sonneneinstrahlung, Verschlammung durch Starkregen. Diese Funktion erfüllen beispielsweise der Persische Ehrenpreis, oder die Vogelmiere.
Beikräuter dulde ich im Gartenbeet – und nur davon spreche ich – solange sie in den Beeten die Nutzpflanzen nicht in ihrer Entwicklung ver-/bedrängen.
Greiskraut / Senecio vulgaris
Behaartes Schaumkraut / Cardamine hirsuta
Nachtkerze / Oenothera
Königskerze /Verbascum
Knäuel-Hornkraut / Cerastium glomeratum
Persischer Ehrenpreis / Veronica persica
Hahnenfuss / Ranunculus
Scharobockskraut / Ranunculus ficaria
Schlafmohn / Papaver somniferum
(Klatsch-) Mohn
Stockrose/Stockmalve (kultiviert)
Ruprechtskraut/Stinkender Storchenschnabel
Rote Lichtnelke / Silene dioica
Schafgarbe – Achillea millefolium
Kriechender Günsel / Ajuga reptans
Gundermann/Gundelrebe
Giersch /Aegopodium podagraria
Echter Baldrian / Valeriana officinalis
Kornrade / Agrostemma githago
Brennnessel
Behaartes Schaumkraut /Cardamine hirsuta
Vogelmiere / Stellaria media
Schöllkraut / Chelidonium majus
(Kultivierte) Bartnelke /Dianthus barbatus
Weidenröschen / Epilobium
Scharbockskraut
Links: Vogelmiere/rechts: Knäuel-Hornkraut
Efeublättriger Ehrenpreis
Silberblättrige Goldnessel
Gundelrebe/Gundermann
Kriechender Günsel
Strahllose Kamille
Vogelknöterich
Gras-Sternmiere
Kriechendes Fingerkraut
Sumpf-Ruhrkaut
Vogelknöterich
Walderdbeere
Erdbeer-Fingerkaut (gibt keine Beeren) Potentilla sterilis
Wechselblättriges Milzkraut (auf feuchten Wiesen)
Schöllkraut
Behaartes Schaumkraut
Gewöhnlicher Natternkopf / Echium vulgare
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